Geschichte des Gebäudes: Straßburg

Die Europäische Parlamentarische Gesellschaft wurde am 6. Juli 1983 am Sitz des Europäischen Parlaments, rue Robert Schuman in Straßburg gegründet und am 25. Mai 1989 in ihre derzeitigen Räume der Allée de la Robertsau 76 verlegt. Die EPG nutzt 2 Stockwerke dieses schönen Jugendstilgebäudes : Erdgeschoss und Kellergewölbe.
Dieses Gebäude beherbergt ebenfalls die
Europäische Audiovisuelle Informationsstelle.
GESCHICHTE DES GEBÄUDES
76, allée de la Robertsau - Straßburg
(Auszug aus dem Wörterbuch der unter Denkmalschutz stehenden Bauwerke)
Im Jahr 1899 zeichneten die Straßburger Architekten BERNINGER und KRAFFT für Louis Oscar SCHUTZENBERGER ein Stadthaus, welches vage Erinnerungen an eine italienische Villa - überstehendes, kaum erhöhtes Dach - mit einem von Pflanzenformen inspirierten, mit äußerst klaren Linien in Stein gehauenen oder geschmiedeten Dekor verbindet, welches auf der Wiederholung der gleichen Motive aufbaut ; der Einsatz eines hellen Savonnière-Steins für die beiden Hauptfassaden unterstreicht noch diesen südlichen Charakter.
Dem vollständig erhaltenen Anwesen geht eine Einfriedung mit einem monumentalen Tor mit Zugangstür voran ; eine Kunstschmiedearbeit mit symmetrischen Linien ziert die drei Torflügel. Unveränderte Nebengebäude ergänzen noch immer das Stadthaus : Garagen im hinteren Teil und auf der Seite eine Hausmeisterwohnung aus Backstein, die einem kleinen Schlösschen ähnelt. Von den beiden im rechten Winkel zueinander stehenden Flügeln, setzt einer, der rechtwinklig zum Weg ausgerichtet ist, die Fassade des parallel zur Straße verlaufenden Flügels fort. Die beiden Stockwerke sind von den gleichen, mehr oder weniger großen Korbbogenfenstern durchbrochen ; ihr Fensterbogen endet in " Kommaform ", desgleichen wie die Fensterbrüstungen ; ein in Stein gehauener Ziergiebel aus Lilienblütensträußen überragt die meisten Fenster.
Eine große Terrasse ermöglicht den Zugang zum Garten am nördlichen Ende der auf die Straße zeigenden Fassade. Der westliche Winkel der Villa bildet auf symmetrische Weise eine Art Türmchen, welches noch durch sein zusätzliches Stockwerk betont wird ; an dieser Stelle schenken dem erhabenen Stockwerk sowohl eine große Fensteröffnung mit vier Lanzetten, der ein Balkon vorausgeht, als auch eine im Winkel gelegene, kleine rechteckige Loge Licht.
Die gleich hohe wiederkehrende Front umfasst einen Vorsprung aus drei Feldern im unteren Stockwerk ; das am südlichen Ende dieser Fassade abgehende Eingangsportal gliedert sich in einen auf der Terrasse überdachten Erker ein ; die Nüchternheit seines Bogens stellt den an die Flügel der Einfriedung angelehnten Flügel aus Kunstschmiedearbeit in den Vordergrund.